Fußball ist cooler als Tischtennis, fand Timo Gotsch, als er im zarten Alter von zwölf Jahren mit dem Tischtennissport aufhörte. Inzwischen sieht die Sportwelt beim Gärtringer wieder ganz anders aus.

Im letzten Jahr war Timo Gotsch (Dritter von links) ein weiteres Mal mit einer familieninternen Gotsch-Mannschaft im Einsatz.
Nach der Umstellung auf eine defensive Spielweise ist beim heute 23-Jährigen wieder der Spaß am schnellen Spiel mit dem kleinen Ball zurückgekehrt. Und es ist keinesfalls übertrieben, Timo Gotsch als den „Überflieger“ des TTV Gärtringen in den letzten beiden Jahren zu titulieren.
Es war doch ein gewisser Druck, den Timo Gotsch in jungen Jahren verspürte. Naheliegen könnte dies, weil seine Mutter Qianhong Gotsch schließlich eine der besten Tischtennis-Spielerinnen der Welt war und auch Vater Ingo über Jahrzehnte erfolgreich beim TTV Gärtringen und der SV Böblingen agierte. Weit gefehlt: „Uns war wichtig, dass die Kinder sich bewegen und auch das Vereinsleben kennenlernen“, sagt Ingo Gotsch heute.
In der Fußballjugend machte Timo Gotsch lange seinen Weg, stand bis zur A-Jugend beim Nachwuchs des FC Gärtringen im Tor. Erst später kehrte er zum Tischtennis zurück. Aus dem persönlichen Plan, nur gelegentlich auszuhelfen, wurde mehr: Er war schnell Stammspieler, wurde besser, merkte aber selbst, dass sein Spielsystem zu eindimensional war.
Rückblickend war es bei einem Spiel der ersten Gärtringer Mannschaft, als Luis Hornstein von der SV Böblingen mit ansehnlicher Spielweise für ein Aha-Erlebnis sorgte. „Es gab lange Ballwechsel, mit seiner Rückhandabwehr setzte er seine starke Vorhand gekonnt in Szene“, erinnert sich Timo Gotsch. Für ihn war klar: „So will ich jetzt auch spielen.“
Quasi jeden Tag zog es ihn in die Sporthalle, oftmals fuhr er morgens um 7 Uhr nach Böblingen, wo er trainierte und dann weiter zur Hochschule pendelte. Mittlerweile gehört Timo Gotsch zum festen Stamm der zweiten TTV-Mannschaft in der Landesklasse.
„Über die 25:0-Einzelbilanz in der dritten Mannschaft habe ich mich besonders gefreut“, sagt Timo Gotsch, der nach erfolgreich abgeschlossenem Cross-Media-Studium nun auch beruflich im Bereich des Tischtennissports aktiv ist. „Die Freude am Sport ist die Hauptsache, ich sehe das nicht zu verbissen.“ Mit dieser Erfolgsformel ist bei Timo Gotsch auch in den nächsten Jahren noch vieles möglich.